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Der Else-Adrian-Preis Juni 2026

14 unserer Schüler der 5. bis 11. Klasse haben am 24. Juni am Gedichtwettbewerb teilgenommen

Die Wettbewerbsregeln

Der vorgetragene Text muss ein in deutscher Sprache verfasstes Gedicht sein, das auswendig vorgetragen wird und mindestens 28 Verse umfasst. Es darf sich allerdings nicht um ein selbstverfasstes Gedicht handeln. Bewertet wird ausschließlich die Qualität des Vortrags, insbesondere Stimme, Betonung, Rhythmus und sprachliche Gestaltung. Gestik, Mimik oder andere darstellerische Elemente spielen keine Rolle; der Wettbewerb versteht sich ausdrücklich nicht als Theateraufführung.
Die Leistungen werden von einer Jury beurteilt, die sich aus jeweils drei Lehrkräften und drei Schülerinnen bzw. Schülern zusammensetzt. Ausgezeichnet werden die drei besten Vorträge. Alle weiteren Teilnehmenden erhalten eine Anerkennung für ihre Teilnahme.
Die feierliche Preisverleihung findet zu einem späteren Zeitpunkt vor Publikum in der Aula statt. Dabei tragen die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Gedichte erneut vor.

Dieser Text stammt von unserem Lehrer Manfred Krühler, einer engagierten Persönlichkeit des Else-Adrian-Preises, zu dessen Fortbestand er beigetragen hat und den er gemeinsam mit anderen Lehrern bekannt gemacht hat.

"Geschichte des Preises

Gestiftet wurde der Else-Adrian-Preis von einem ehemaligen Schüler des Französischen Gymnasiums, sein Name lautet Knut-H. Kellner. Er benannte ihn zu Ehren seiner früheren Lehrerin Else Adrian und stellte ein Vermögen zur Verfügung, dessen Zinserträge über viele Jahre hinweg die Preisgelder finanzierten.
Nachdem dieses Vermögen inzwischen aufgebraucht ist, übernimmt seit einigen Jahren der Förderverein der Schule die Finanzierung der Preisgelder und sorgt damit dafür, dass die Tradition des Else-Adrian-Preises fortgeführt werden kann.

Der Else-Adrian-Preis war am Französischen Gymnasium über Jahrzehnte hinweg ein fester Bestandteil des Schullebens und erfreute sich großer Beliebtheit. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen nahmen daran teil. Bereits im Vorfeld wurde in den Klassen intensiv die Kunst des Gedichtvortrags eingeübt. Für den Wettbewerb wurden schließlich nur die besten und überzeugendsten Vortragenden ausgewählt. Der Fachbereich Kunst erklärte sich in der Regel bereit, Plakate für den Wettbewerb zu entwerfen.
Seit einigen Jahren hat sich der Charakter des Wettbewerbs jedoch spürbar verändert. Die Zahl der Teilnehmenden ist zurückgegangen, und insbesondere sind nicht mehr alle Jahrgangsstufen in gleichem Maße vertreten. Auch die Vielfalt der ausgewählten Gedichte scheint abzunehmen. Dabei sind die Vorgaben bewusst weit gefasst: Neben klassischen Reimgedichten waren und sind auch moderne, reimlose Gedichte sowie Prosagedichte ausdrücklich zugelassen. Nicht selten wurden gerade solche ungewöhnlichen Beiträge von der Jury ausgezeichnet.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine lange und bedeutende Tradition allmählich in Gefahr gerät. Diese Sorge ist keineswegs neu. Bereits im Jahr 2009 äußerte der Stifter des Else-Adrian-Preises ähnliche Gedanken in einem Brief an die damalige Fachbereichsleiterin Deutsch, Frau Dr. Birgit Fenner.

Nachdem er der Adressatin für eine Abiturrede gedankt hatte, kommt Knut-H. Kellner zur Sache und fährt fort:

„Aber natürlich möchte ich eine persönliche Anregung loswerden – im Dienste der Sache.
Die Sache ist der Else-Adrian-Preis, dessen jährliche Verleihung, Sie wissen das, mir sehr am Herzen liegt, Sie haben sich, seit Dr. Zwanzig aus dem Schuldienst ausgeschieden ist, regelmäßig um die alljährliche „Abwicklung“ gekümmert und dafür gesorgt, dass der Else-Adrian-Preis gleichrangig neben den anderen Preisen steht. Das ist für das FG nicht selbstverständlich. Gibt es einen Direktorenwechsel, kann es passieren, dass über den Else-Adrian-Preis im „Collegianer“ nicht berichtet wird. Es muss also stets dafür gesorgt werden, dass die jeweils verantwortliche Lehrkraft Inhalt und Ergebnisse des Wettbewerbs jedes Jahr der Redaktion des Mitteilungsblattes „Der Collegianer“ übermittelt
Haben Sie eine Idee, wie da eine Art Automatismus erreicht werden kann? Wäre es eine Möglichkeit, wenn Sie persönlich sich (…) als Koordinatorin betätigen würden, bis die gute Sache in die Kompetenz einer fachlichen Nachfolge gehen kann und diese Handhabung dann zur Tradition wird?“

Soweit die Worte Knut H. Kellners. Sie haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Es bleibt zu hoffen, dass es uns gelingt, seinen Wünschen zu entsprechen und die Tradition des Else-Adrian-Preises auch in Zukunft lebendig zu erhalten.

Vielen Dank, Manfred, für Ihr Engagement für diesen Preis, und wir wünschen Ihnen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt: den Ruhestand!